Bericht Tischa be-Aw in Dieburg Ein Minjan an der Gedenktafel der ehemaligen Synagoge in Dieburg
Dichte Gräberreihen

Ein unvergessliches Erlebnis war der Besuch des Friedhofs von Dieburg (bei Darmstadt). Gemäß der Tradition des Egalitären Minjan fahren wir jedes Jahr an Tischa be-Aw zu einem verwaisten jüdischen Ort in der Rhein-Main-Gegend. Wir trauern wegen der Zerstörung, setzen aber zugleich auch ein Zeichen des Lebens.

Auf diese Weise haben wir in den letzten Jahren Landsynagogen wie die in Heuberg oder die in Groß- sowie in Kleinkrotzenburg besucht und dort jedesmal einen bewegenden Tischa be-Aw Gottesdienst abgehalten. Oft war es der erste jüdische Gottesdienst seit 80 Jahren. Das war auch für die jeweiigen Betreibervereine ein großes Ereignis. Dem Freundeskreis der ehemaligen Landsynagoge in Kleinkrotzenburg, die heute ein kleines jüdisches Museum beherbergt, hatten wir sogar einen Schatz gestiftet: eine Sammlung gefundener Sidurim und Machsorim auf einem Speicher im nahe gelegenen Langenselbold, die dort seit der Pogromnacht 1938 die Jahrzehnte unentdeckt überstanden hatte. Ein Mitglied des Egalitären Minjan aus der Region hatte sie mir gegeben, um einen würdigen Ort für sie zu finden. Sie befindet sich jetzt in einer der Vitrinen der ehemaligen Synagog...

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Aus dem Filmarchiv des Egalitären MinjanSchabbat Schacharit mit Rabbi Elisa Klapheck & Chasan Daniel Kempin